Wenn Annik vom Einkauf aus dem sechs Kilometer entfernten Überlingen kommt, dann sieht das schon mal „recht lustig“ aus, wie die junge Mutter sagt. Im Bastkorb ihres PackBernds sitzt dann nicht nur Töchterchen Helene, angeschnallt im speziell befestigten Autokindersitz. Um die Einjährige herum hat Annik nicht selten den gesamten Wocheneinkauf drapiert, von der Saftkiste über den Sack Kartoffeln bis zur Rolle Klopapier. „Da denkt vielleicht manch einer, wir seien mit Hab und Gut auf Tour“, lacht sie.

Man sieht gleich, ihr Alltagsrad ist ein richtiger Lastesel. Bis zu 260 Kilo kann das Rad zuladen. Das ist mehr als die meisten anderen Cargo-Bikes. Und so kommt bei Annik und ihrem Mann Mathias praktisch alles aufs Rad, ob Töchterchen, Einkäufe oder Surfausrüstung. Denn wenn die beiden zum Kitesurfen fahren, passt das gesamte Equipment in den 70 mal 80 cm großen Korb. Zum neun Kilometer entfernten Strand von Seefelden, einem beliebten Kite-Revier zwischen Überlingen und Unteruhldingen, geht’s bergab. Zurück hilft der 250 Watt starke Elektroantrieb. Wer die Region kennt, der weiß: Das Bodensee-Hinterland führt stets bergauf.
„Unser Lebensgefühl? Vor allem Freiheit.“
Manchmal fahren Annik und Mathias das Lastenrad sogar ganz ohne Gepäck. „Weil es Spaß macht“, wie sie sagt. Besonderen Spaß macht es übrigens auch, samstags ganz entspannt beim Biomarkt vorzufahren und bereits den halben Einkauf erledigt zu haben, während andere noch einen Parkplatz suchen. „Zumal wir fast genauso schnell wie mit dem Auto unterwegs sind“, lacht Annik. Und so ist es kein Wunder, dass ihr VW-Bus oft tagelang ungenutzt dasteht.

Im Frühsommer allerdings hatte die junge Familie beide Gefährte im Einsatz. Da waren die drei nämlich drei Monate lang mit Bus, Wohnwagen und Lastenrad unterwegs, quer durch Frankreich, Spanien und Portugal. Auch hier war das Rad allgegenwärtiger Begleiter, ob für den Ausflug zum Strand oder den Transport der Bettwäsche in die Wäscherei. Dank innovativer Falttechnik passe das Rad auch locker in den Bus, sagt Mathias. Mit eingeklapptem Hinterbau misst es gerade mal 1,75 Meter.

Für Technik hat Mathias ohnehin ein Faible. Ausgereift, zuverlässig und sicher müsse sie sein, sagt der Berufspilot. Ihm gefällt der in Handarbeit gefertigte Korb ebenso wie der aus hochwertigem Stahl geschweißte Rahmen. Alles in Deutschland, versteht sich. Denn unsere Räder sind nunmal „Made in Überlingen, am Bodensee“.